Montag, 9. Mai 2011

Nach Hause kommen

Welch ein schönes Gefühl. Nach Hause kommen. Nichts mehr müssen, nur noch können. Frieden, Ruhe, das einfache Leben. Das kleine Ding gewinnt an Bedeutung. Achtsamkeit lässt die unscheinbare Tätigkeit ins Grosse wachsen. Die Leere füllt den Raum. Oft gelesen und nur selten gespürt, erlebt. Keine Ablenkung, klare Gedanken. Einer nach dem anderen. Ein feiner Strom, wie ein roter Faden von der Stirn aus in den nächsten Augenblick führend. kein fragendes was, nur die Antworten auf das wie. Voll im Moment, jetzt, ganz und gar präsent.

Ruhe breitet sich aus, innerer Frieden. Der Atem geht gleichmässig und tief. Wahrnehmen, den Augenblick für wahr nehmen. Ungetrübt, gedankenfrei.

Samstag, 16. April 2011

Fühle den Schmerz

Der Schmerz will nicht bleiben. Er entspricht nicht dem natürlichen Gleichgewicht.

Sowohl der körperliche, als auch der seelische Schmerz will sich auflösen. Das kann er, sobald er zugelassen wird. Tritt er ungehindert in Erscheinung, so verkündet er seine Botschaft, wird wahrgenommen und darf wieder gehen.

Wird er bekämpft und verdrängt, so muss er sich verstecken und aufs Neue auf sich aufmerksam machen. Er wird dadurch gross, stark und einfallsreich. Mit wechselndem Gesicht versucht er variantenreich die ihm gebührende Aufmerksamkeit zu erlangen.

Versuche den Schmerz auszuhalten. Beispiel: ich hab mir gestern den Kofferraumdeckel an die Stirn gehauen. Nicht absichtlich! Kurzer Schreck, Schmerz, Beule, kleiner Riss. Setze mich ins Auto und versuche nicht zu denken, nur den Schmerz zu fühlen. Wie tief geht er rein? Wie breit dehnt er sich aus? Verändert er sich, wenn ich die Stirn in Falten lege? Viel Aufmerksamkeit. Nicht wehleidig! Einfach wahrnehmen was ist, nämlich der Schmerz. Ein paar Sunden später: Beule weg, Schmerz weg.

Nun ja, beim kleinen Kratzer scheint dies einfach. Schwieriger bei so richtig starken Gefühlen. Ich fühle mich ungerecht behandelt! Ich fühle mich nicht wahrgenommen! Ich fühle mich ohnmächtig! Alles echte Gefühle, keine Einbildung. Auch nicht nur Folge der Handlung eines Anderen. Mein ureigener Schmerz, meine ursprüngliche Verletzung. In meinem Inneren durch Äusseres zum Schwingen gebracht.  Nicht ganz leicht zu erkennen, eine richtige Herausforderung es zu akzeptieren und bewusst zu fühlen.

Und ich bin sicher: es lohnt sich. Genau diese Schmerzen zulassen und dadurch auflösen führt in die Freiheit. Eine neue Lebensqualität, jenseits der Fesseln und Reaktionen meiner geschichtlichen Prägung, und der meiner Vorfahren.

Akzeptiere das Chaos

Ich spaziere entlang der frisch aufblühenden Rappsfelder, unter meinen Füssen knirscht trockenes Kies. Max umrundet mich schwänzelt freudig mit gesenkter Nase den Frühlingsduft aufsaugend. Es ist Samstag morgen in der Früh und mein Kopf ist klar. Wenige Gedanken, dafür umso deutlicher.

Die Sehnsucht nach Ruhe und Frieden in der äusseren Welt scheint mir immer stärker eine Illusion. Allein das Streben nach Ruhe erzeugt deren Gegenteil. Der Versuch chaotische Aspekte meines Lebens zu kontrollieren ist zwecklos, reine Energieverschwendung. Energie, welche ich sinnvoll eingesetzt nutzen kann um das Chaos einfach auszuhalten. Was kann denn schon schlimmes passieren? Nichts! Ein bisschen Unordnung hier, ein bisschen Ärger da ... was soll's! Genau das ist es, was dem Leben Fülle gibt. Reichtum entspringt der Gelassenheit in Mitten des kreativen Chaos.

So lange ich mir das Bild meines neuen Lebens klar und deutlich vor Augen halte, kann ich das Chaos ruhigen Herzens akzeptieren. Meine Aufmerksamkeit auf den Moment richten und mich selbst in Mitten einer unkontrollierten Situation beobachten.